Pressemitteilung zum 1. Quartal 2020

  • Auftragseingang wächst im ersten Quartal um 68 Prozent
  • Kundensegmente E-Mobility (+233 Prozent), Industrie (+116 Prozent) und Medizin (+91 Prozent) sind Wachstumstreiber
  • Quartalsumsatz des Power Supply-Spezialisten bei 20 Mio. Euro
  • Umsetzung des Transformationsprogramms weiterhin im Plan
  • Lieferengpässe führen im zweiten Quartal zu Verzögerungen bei der Auftragsabarbeitung

Ostbevern, 6. Mai 2020 – FRIWO, Hersteller hochwertiger Power Supply-Lösungen und Ladetechnik sowie digitaler Antriebssteuerungen, hat in den ersten drei Monaten 2020 eine erfreuliche Auftragsentwicklung verzeichnet. Der Auftragseingang erreichte 32,5 Mio. Euro und lag damit sowohl deutlich über dem Wert des gleichen Vorjahreszeitraums als auch über Plan. Damit setzte sich die bereits im zweiten Halbjahr 2019 verzeichnete Belebung der Auftragslage verstärkt fort. Die Auswirkungen der weltweiten COVID-19-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung des FRIWO-Konzerns waren im Startquartal moderat, sind aber im laufenden Q2 durch Engpässe bei Materialien und Komponenten und einigen Auftragsverschiebungen stärker spürbar. Das Anfang Dezember 2019 beschlossene Transformationsprogramm für Wachstum und nachhaltige Profitabilität befindet sich weiterhin im Plan.

Wesentliche Konzern-Kennzahlen Q1 2020

  • Der Auftragseingang lag mit 32,5 Mio. Euro um 68 Prozent über dem Wert des verhaltenen Q1 2019 (19,3 Mio. Euro). Sowohl der Produktbereich Elektromobilität (+233 Prozent) als auch die Kundensegmente Industrie (+116 Prozent) und Medizintechnik (+91 Prozent) waren die Wachstumstreiber bei dieser sehr guten Entwicklung, die im weiteren Jahresverlauf zum Umsatz beitragen wird.
  • Der Umsatz im ersten Quartal 2020 lag mit 20,0 Mio. Euro unter dem entsprechenden Vorjahreswert (27,6 Mio. Euro, -27,5 Prozent). Dabei wirkte sich die Reduzierung der Vorratsbestände für kundenspezifische Fertigerzeugnisse und Waren im Stichtagsvergleich 31. März 2020 zum 31. Dezember 2019 mit 3,5 Mio. Euro negativ auf den Umsatz aus, da Bestandsreduzierungen nach den Bilanzierungsregeln zur Umsatzrealisierung (IFRS 15) umsatzmindernd anzusetzen sind. Der im Q1 an Kunden fakturierte Umsatz lag bei 23,5 Mio. Euro.
  • Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei -2,4 Mio. Euro im Rahmen der Erwartungen nach einem ausgeglichenen Wert im Q1 2019. Neben dem Umsatzrückgang wirkten sich auch höhere operative Kosten auf das Ergebnis aus, etwa für den Markteintritt in den E-Mobility-Markt in Indien.
  • FRIWO schloss das Startquartal mit einem Ergebnis nach Steuern von -1,7 Mio. Euro ab (Q1 2019: -0,2 Mio. Euro).

Mitarbeiterzahl leicht gestiegen

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lag konzernweit per 31. März 2020 mit 1.846 um rund 8 Prozent über dem Wert zum Jahresende 2019. Der Anstieg ist auf den Personalaufbau im Produktionswerk in Vietnam zurückzuführen, in das im Rahmen der Transformation sukzessive Kapazitäten aus dem Stammsitz in Ostbevern verlagert werden. Bei dem im Gegenzug geplanten Personalabbau in Ostbevern konnte die erste Phase bereits zum Jahreswechsel erfolgreich abgeschlossen werden. Die Mitarbeiterzahl in Deutschland nahm in der Folge von 274 per Ende 2019 auf 225 ab.

Ausblick Gesamtjahr 2020

Im bisherigen Verlauf des zweiten Quartals haben sich die Lieferengpässe bei Materialien und Komponenten auf den weltweiten Beschaffungsmärkten allgemein verstärkt. Dies beeinträchtigt auch bei FRIWO die Abarbeitung von Aufträgen im zweiten Quartal. Der Vorstand geht derzeit davon aus, dass diese Beeinträchtigungen aber temporär sein werden und die Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung im zweiten Halbjahr noch aufgeholt werden können. Er geht deshalb für das Gesamtjahr 2020 auf Basis der positiven Auftragsentwicklung unverändert von einem leichten Anstieg des Konzernumsatzes gegenüber 2019 und von einem in etwa ausgeglichenen Konzern-EBIT aus. Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass die COVID-19-Pandemie nicht zu weiteren Produktions- und Lieferverschiebungen oder zu anderen wesentlichen Beeinträchtigungen führt.

Rolf Schwirz, Vorstandsvorsitzender der FRIWO AG: „FRIWO hat in den ersten drei Monaten viel auf den Weg gebracht. Die sukzessive Verlagerung von Kapazitäten in unser Werk in Vietnam läuft nach Plan, der Start unserer neuen Tochtergesellschaft in Indien für elektrische Zweiräder ist vielversprechend und die im Startquartal abgeschlossene, langfristige Konzernfinanzierung gibt uns Planungssicherheit. Unsere neuen E-Mobility-Lösungen haben in den internationalen Märkten einen guten Start hingelegt. Darüber hinaus entwickelt sich neben dem Geschäft mit Industriekunden auch der Medizinmarkt derzeit sehr gut für uns, nicht zuletzt aufgrund unserer Anstrengungen, die Kunden gerade in diesen Zeiten zeitnah zu beliefern.“

Ulrich Lammers, FRIWO-Finanzvorstand: „Auch wenn die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unser Unternehmen im zweiten Quartal zugenommen haben, so sind wir für das Gesamtjahr 2020 weiterhin vorsichtig optimistisch. Die erfreuliche Entwicklung der Auftragseingänge im ersten Quartal ist eine gute Basis, um unsere wirtschaftlichen Ziele trotz der momentanen Einschränkungen zu erreichen. “

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Lisa Skelnik
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Frank Elsner
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FRIWO AG verschiebt ordentliche Hauptversammlung aufgrund Corona-Krise

Ostbevern, 3. April 2020 – Vorstand und Aufsichtsrat der FRIWO AG haben beschlossen, die für den 12. Mai 2020 in Ostbevern geplante ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft zu verschieben und zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Grund sind die aktuellen erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Es ist derzeit unklar, ob das geltende allgemeine Versammlungsverbot bis zum Termin der Hauptversammlung aufgehoben werden wird. Unabhängig davon standen für FRIWO bei dieser Entscheidung der Schutz und die Sicherheit der Aktionäre und Mitarbeiter an erster Stelle.

In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung wird FRIWO einen neuen Termin für die Hauptversammlung festlegen und diesen auf https://www.friwo.com/de/about/investor-relations/ veröffentlichen.

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Die Herausforderungen der Krise: Wie FRIWO mit Corona umgeht

„Wir nehmen den solidarischen Kampf gegen das neuartige Virus sehr ernst und versuchen, unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, gegenüber unseren Kunden und gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleichermaßen gerecht zu werden. Ein schwieriger Spagat, der bislang aber sehr gut gelingt.

FRIWO hat vielfältige Schutzmaßnahmen für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergriffen und die potentiellen Übertragungswege für das Virus weitestgehend unterbunden.

Kurzarbeit zählt aber bei weitem nicht zu den Maßnahmen, die wir ergriffen haben. Ganz im Gegenteil: Wir haben die Ausbringungsmenge sogar noch erhöht und beliefern unsere Partner aus dem Medizinsektor außerplanmäßig mit Zusatzbedarfen. Dabei geht es nicht nur um stark steigende Stückzahlen bei Kunden aus der Desinfektionstechnik, sondern auch um alle weiteren Bereiche des Kampfes gegen Corona in den Krankenhäusern – etwa Stromversorgungslösungen für Infusionspumpen, Patientenmonitore oder auch Beatmungsgeräte. Hier dürfen und werden wir als wichtiger Teil der Lieferkette nicht einknicken.

Um die Produktion aufrecht zu erhalten, haben wir vielfältige Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergriffen und die potentiellen Übertragungswege für das Virus weitestgehend unterbunden. Zu den Maßnahmen zählen etwa strenge Zutrittsvorschriften für das Firmengelände und die einzelnen Werksbereiche, welche sich ausschließlich auf die eigene Belegschaft begrenzen. Wir haben die einzelnen Arbeitsplätze in der Produktion räumlich auseinandergezogen, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit mehr als dem empfohlenen Mindestabstand zueinander arbeiten können. Des Weiteren arbeiten wir mit einem Zeitversatz bei Beginn und Ende der Schichtdienste, um dem Virus auch hier keine Chance für eine Übertragung zu geben.

Die regelmäßige Desinfektion von Arbeitsflächen und weiteren Kontaktpunkten ist an dieser Stelle wohl selbsterklärend. Für den Fall der Fälle protokollieren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außerdem ihre täglichen Kontakte, sodass wir jederzeit handlungsfähig sind und auf neue Situationen direkt reagieren können.

Stand heute wird in all unseren weltweiten Produktionsstätten mit Hochdruck weiterproduziert. In sämtlichen Bereichen außerhalb der Produktion wird, soweit möglich, aus dem Home Office heraus gearbeitet, was dank des außerordentlichen Einsatzes unseres gesamten Teams bisher exzellent funktioniert.

Der wesentliche Knackpunkt zur Aufrechthaltung unserer Produktion ist die Supply Chain. Um eine reibungslose Materialverfügbarkeit zu gewährleisten, befinden wir uns in der aktuellen Krisensituation in engerer Abstimmung mit unseren Lieferanten als jemals zuvor. Zudem findet zwischen unseren Werken in Deutschland und Vietnam eine verstärkte gegenseitige Unterstützung statt. Für kritische Komponenten haben wir bereits im Voraus verstärkt auf Luftfracht umgestellt, um die lückenlose Versorgung sicherzustellen. Außerdem stimmt unser R&D-Team mit unseren Kunden die gezielte Freigabe von Alternativkomponenten ab.

In der aktuellen Situation ist es wichtiger denn je, dass die Unternehmen innerhalb einer Lieferkette Hand in Hand arbeiten sowie frühzeitig und offen miteinander kommunizieren. Um unsere Partner über den aktuellen Stand der Dinge und die Auswirkungen des Coronavirus auf Friwo auf dem Laufenden zu halten, haben wir beispielsweise einen eigenen Bereich auf unserer Homepage geschaffen. Andersherum kommen die Kunden uns offener entgegen und erarbeiten gemeinsam mit uns längerfristige Forecasts, so dass wir die Bedarfe lückenlos decken können.

Dank der guten strategischen Vorbereitung sind wir mehr als zuversichtlich, noch sehr lange in diesem Modus weiterarbeiten zu können – wobei dies hoffentlich nicht nötig sein wird. Stand heute sind keine generellen negativen Auswirkungen auf unsere Liefertermine und Produktionsvolumina erkennbar.

Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Unterstützung der Wirtschaft ist ein richtiger und notwendiger Schritt, um viele Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Dabei geht es bekanntlich nicht nur um unbegrenzte Kreditprogramme, sondern auch um Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld oder die Stundung von Steuern und Abgaben. Diese Bausteine werden einigen Unternehmen mit Sicherheit helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen – die Praktikabilität des Gesamtplans ist aber ohne Zweifel abhängig von der Dauer des Shutdowns, den derzeit noch niemand valide zu datieren vermag.“

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Medizintechnik in der Coronakrise: Produzieren mit höchster Priorität

„Der Bedarf aus der Medizintechnik ist sprunghaft nach oben gegangen. Wir verzeichnen derzeit horrende Nachfragesteigerungen von nahezu all unseren bestehenden Kunden, deren Applikationen dem Kampf gegen Corona zugeordnet werden können. Auch neue Kundenkontakte werden in dieser Zeit deutlich häufiger und wesentlich schneller geschmiedet als zuvor – ein mehr als eindeutiges Signal, wenn nicht gar ein Hilferuf der Branche.

Deutliche Bedarfserhöhungen erleben wir nicht nur bei den Geräten, die man aufgrund der täglichen Nachrichten im Zusammenhang mit COVID-19 im ersten Moment auf dem Schirm hat – etwa Beatmungsgeräte, Patientenmonitore oder Desinfektionslösungen – sondern auch in allen anderen, verwandten Bereichen. Seien es zusätzliche Krankenhausbetten für die eilends geschaffenen Quarantänestationen, benötigte Labortechnik zur Abstrichanalyse oder Infusions- und Ernährungspumpen für die Ernstfälle: Medizinische Netzteile, Ladegeräte und Batterien werden derzeit stärker und schneller benötigt, als wir uns zu erinnern vermögen. Vergleicht man die Auftragseingänge des ersten Quartals aus dem Medizinsektor mit denen des Vorjahres, sehen wir die Wachstumsrate stark in Richtung des dreistelligen Prozentbereichs klettern.

FRIWO ist insgesamt sehr gut gerüstet, die Medizintechnik im Kampf gegen die Pandemie bestmöglich unterstützen zu können.

Dank unseres weltweiten Fertigungs-Setups sind wir glücklicherweise in der Lage, flexibel auf derartige Zusatzbedarfe reagieren zu können. Neben unserem Produktionsstandort in Deutschland haben wir in den letzten Jahren in Vietnam nahe Ho-Chi-Minh-City eine Fertigungsstätte aufgebaut, welche uns auch innerhalb kürzester Zeit die Produktion hoher Volumina ermöglicht – ganz gleich ob vorhandenes Produkt eines Bestandskunden oder komplettes Neuprojekt. Mit dem schnellen Ramp-up von Produkten kennen wir uns darum bereits aus unseren anderen Kompetenzmärkten, etwa der Elektromobilität bestens aus. Zudem unterhalten wir seit vielen Jahren ein Netz an erfahrenen Produktionspartnern, welche uns im Notfall jederzeit unter die Armen greifen können.

Bezüglich der möglichen Versorgungsprobleme auf der Materialseite haben wir uns vor geraumer Zeit entschlossen, uns für die Zukunft möglichst unabhängig aufzustellen und ein hohes Maß an vertikaler Integration bertrieben. So fertigen wir heute in Vietnam nicht mehr nur unsere Endgeräte, sondern in mehreren Werken auch viele benötigte Komponenten selbst – etwa Wandler und Drosseln, Kabel und Leitungen oder Gehäuseteile.

Natürlich produzieren auch wir längst nicht alles in Eigenregie und sind auf eine funktionierende Supply Chain angewiesen, um die lebenswichtigen Zusatzbedarfe der Medizintechnik zu decken – beispielsweise im Bereich der aktiven Bauelemente. Als sich die aktuelle Krise in Ihren Grundzügen abzeichnete, haben wir uns daher gezielt mit Bauteilen bevorratet, großflächig auf Luftfrachten umgestellt und gemeinsam mit den Kunden die gezielte Freigabe von Alternativen für versorgungskritische Komponenten geprüft. Auf dieser Basis sehe wir uns heute insgesamt sehr gut gerüstet, die Medizintechnik im Kampf gegen die Pandemie bestmöglich unterstützen zu können.“

Der Artikel online bei Markt&Technik






Geschäftsbericht 2019 des FRIWO-Konzerns

  • Konsortialkredit mit deutschen Banken bis Ende 2022 vereinbart
  • Ende 2019 beschlossener Umbau für Wachstum und Profitabilität wird konsequent umgesetzt; erste Phase des Personalabbaus am Standort Ostbevern abgeschlossen
  • Neue Tochtergesellschaft in Indien zur Erschließung des E-Mobility-Marktes akquiriert erste Aufträge
  • Geschäftsentwicklung 2019 im Zeichen schwieriger Märkte und des Transformationsprogramms: Konzernumsatz bei 95,8 Mio. Euro
  • EBIT bei minus 15,6 Mio. Euro, darin sind 11 Mio. Euro Einmal- und Sonderaufwendungen für die Transformation verarbeitet
  • Auswirkungen der weltweiten COVID-19-Pandemie auf Geschäftstätigkeit bisher moderat
  • Weiterer Geschäftsverlauf 2020 stark von Beeinträchtigungen durch die Coronavirus-Krise abhängig

Ostbevern, 26. März 2020 – Die Umsetzung des Anfang Dezember 2019 beschlossenen Transformationsprogramms der FRIWO AG für Wachstum und nachhaltige Profitabilität befindet sich voll im Plan. Zur finanziellen Absicherung des Umbaus vereinbarte der Hersteller hochwertiger Power Supply-Lösungen und Ladetechnik sowie digitaler Antriebssteuerungen elektrischer Systeme jetzt ein neues langfristiges Finanzierungskonzept. Es sieht vor, die bisher bilateralen Kreditlinien der deutschen Banken in einen Konsortialkredit zu überführen, der eine Laufzeit bis Ende 2022 hat. Die FRIWO-Tochtergesellschaft in Vietnam hält darüber hinaus weiterhin eine bilaterale Kreditlinie mit einer lokalen Bank. Das neue Finanzierungskonzept, das zudem den Verzicht auf Dividendenzahlungen bis Ende 2022 vorsieht, sichert den eingeleiteten Konzernumbau ab.

Wie bekannt gegeben, sieht das Transformationsprogramm unter anderem vor, wesentliche Teile der Produkte, die bisher am Stammsitz Ostbevern und von Auftragsfertigern in Polen hergestellt werden, in das FRIWO-Werk nahe Ho Chi Minh Stadt in Vietnam zu verlagern. Zudem sollen die Overhead-Strukturen in Deutschland deutlich gestrafft werden. Dies führt zusammen mit der Produktionsverlagerung zur Verkleinerung der Belegschaft (FTE) in Ostbevern um rund 120 auf ca. 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zwei Phasen. Bereits zum Jahreswechsel 2019/2020 konnte die erste Phase des Personalabbaus mit rund 50 Beschäftigten abgeschlossen werden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzten dabei das Angebot von FRIWO, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die den Übergang in eine neue Tätigkeit erleichtern soll.

Jahresabschluss 2019 heute veröffentlicht

Die FRIWO AG hat heute den Jahresabschluss und den Konzernabschluss 2019 veröffentlicht. Wie angekündigt, verzeichnete das Unternehmen eine Geschäftsentwicklung deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen, die durch eine rückläufige Nachfrage bei einem Teil der Kunden, die Verschiebung von Aufträgen ins Folgejahr und von der Einleitung des Transformationsprogramms geprägt war.

  • Der Konzernumsatz erreichte 95,8 Mio. Euro; er lag damit um 20,5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 120,5 Mio. Euro und auch leicht unter dem zuletzt genannten Zielwert von ca. 100 Mio. Euro.
    Unverändert sehr positiv entwickelte sich in einem wachsenden Markt der Bereich Elektromobilität mit einem Erlöszuwachs von 24,7 Prozent. Dabei generierte FRIWO auch erste Erlöse aus der Erweiterung des eigenen Leistungsangebots um Gesamtsysteme, die neben der Ladetechnik auch intelligente Motorsteuerungen und andere elektrische Antriebsstränge umfassen.

    • Der Bereich Werkzeuge und Gartengeräte verzeichnete einen Rückgang der Erlöse um 25,1 Prozent, bedingt durch den ungewöhnlich heißen Sommer und die Tendenz von Kunden, weitere Lieferanten neben FRIWO zu beauftragen.
    • Auch die Produktbereiche Industrie (-14,5 Prozent) und Medizin (-15,4 Prozent) weisen rückläufige Umsätze aus.
  • Der Auftragseingang des vergangenen Jahres lag konzernweit um 19,3 Prozent unter Vorjahr, wobei sich im zweiten Halbjahr eine deutliche Belebung der Ordersituation zeigte.
  • FRIWO verzeichnete ein Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -15,6 Mio. Euro nach 7,5 Mio. Euro im Vorjahr. Abgesehen von dem starken Umsatzrückgang war die Ertragslage vor allem durch die Kosten und Aufwendungen für das Transformationsprogramm geprägt. Allein rund 11 Mio. Euro entfielen dabei auf Rückstellungen für den Personalabbau sowie auf sonstige Reorganisationsaufwendungen und Einmalkosten.
  • Der Konzern schloss das Geschäftsjahr mit einem Ergebnis nach Steuern von -11,3 Mio. Euro ab (2018: 5,3 Mio. Euro).

Mitarbeiter und Investitionen

Der FRIWO-Konzern beschäftigte zum Jahresende 2019 weltweit 1.708 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das waren 179 Personen weniger als am gleichen Stichtag des Vorjahres (1.887). Die Reduzierung resultierte im Wesentlichen aus der Anpassung der Belegschaftsstärke am Standort Vietnam an die Auftragslage. FRIWO investierte im Berichtsjahr mit 1,7 Mio. Euro deutlich weniger als im Vorjahr (4,3 Mio. Euro), in erster Linie flossen die Mittel in Modernisierungen und Produktivitätsverbesserungen.

Indische Tochtergesellschaft nimmt Fahrt auf

Ein wichtiger Bestandteil des Transformationsprogramms ist, das Leistungsspektrum des Konzerns konsequent auf die weltweit wachsenden Marktsektoren Tools, Industrie, Medizin und E-Mobility („TIME“) auszurichten. In diesem Zusammenhang steht auch die im Januar 2020 erfolgte Gründung einer Tochtergesellschaft in Bangalore, Hauptstadt des Bundesstaats Karnataka und Zentrum der indischen High-Tech-Industrie. Aufgabe ist die Betreuung und das Projektmanagement für lokale Kunden sowie die Koordination der dortigen Fertigung über Partnerunternehmen. Bei der sukzessiven Erschließung des größten asiatischen Wachstumsmarktes für elektrische Zweiräder konnte FRIWO erste Erfolge erzielen. So wurden im ersten Quartal bereits mehrere Aufträge mit teilweiser Umsatzwirksamkeit noch in diesem Jahr vereinbart, unter anderem mit der Hero MotoCorp, dem führenden Hersteller des Landes für Motorräder und Scooter.

Ausblick auf das Jahr 2020

Wie in der gesamten produzierenden Wirtschaft wird auch die Geschäftsentwicklung des FRIWO-Konzerns im laufenden Jahr stark vom weiteren Verlauf der weltweiten Coronavirus-Krise (COVID-19-Krankheit) abhängen. Die Auswirkungen der Pandemie auf FRIWO sind bisher als moderat zu bezeichnen. Leichte Umsatzeinbußen ergaben sich im ersten Quartal als Folge von verzögerten Lieferungen von Materialien und Komponenten aus China aufgrund des dortigen temporären Produktionsstopps. Die Lieferverfügbarkeit der chinesischen Lieferanten hat sich im Laufe des März jedoch zusehends verbessert. Aktuell läuft die Produktion an sämtlichen Standorten unter strengen und konsequenten Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter. Bisher liegen FRIWO keine Stornierungen von Kundenaufträgen vor.

Der Vorstand geht nach heutigem Kenntnisstand für das Jahr 2020 von einem leichten Anstieg des Konzernumsatzes gegenüber 2019 und von einem in etwa ausgeglichenen Konzern-EBIT aus. Diese Annahme unterstellt, dass sich die im zweiten Halbjahr 2019 verzeichnete Auftragsbelebung fortsetzt und erste nennenswerte Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus neuen Produkten mit digitalen Antriebssteuerungen erzielt werden können. Insbesondere steht die Prognose unter dem Vorbehalt, dass es bei FRIWO zu keinen weiteren wesentlichen Beeinträchtigungen der Produktions- und Lieferfähigkeit infolge der COVID-19-Pandemie kommt. Das Ende 2019 beschlossene Maßnahmenpaket im Rahmen der Transformation wird weiterhin konsequent umgesetzt.

Rolf Schwirz, Vorstandsvorsitzender der FRIWO AG: „FRIWO hat bereits große Fortschritte bei dem Ziel gemacht, das Leistungsportfolio mit Blick auf intelligente digitale Antriebssteuerungen weiterzuentwickeln. Dabei konzentrieren wir uns zunächst einmal auf den stark wachsenden Bereich E-Mobility. Dieser Prozess braucht Zeit, insofern war 2019 das von uns erwartete Übergangsjahr. Sehr ermutigend und erfreulich ist die bisherige Resonanz auf dem wichtigen Zukunftsmarkt Indien, den wir mit einer eigenen Gesellschaft adressieren. Natürlich stellt die weltweite COVID-19-Krise auch FRIWO vor besondere Herausforderungen. Unsere Kunden und Geschäftspartner können aber sicher sein, dass unsere Teams alles tun, um unsere Lieferfähigkeit und Lieferpünktlichkeit weiterhin sicherzustellen.“

Ulrich Lammers, FRIWO-Finanzvorstand: „Wir sind sehr froh, dass wir durch die Konsortialvereinbarung mit unseren deutschen Banken den Umbau der FRIWO-Gruppe nun auch finanziell absichern konnten. Dieser Vertrauensbeweis unserer Finanzpartner gibt uns die Möglichkeit, die Maßnahmenpakete in den Bereichen Produktionsverlagerung, Strukturanpassungen, Prozessverbesserungen und Ausbau von Wachstumsmärkten trotz der widrigen externen Umstände weiter voranzutreiben.“

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Der Geschäftsbericht 2019 als PDF zum Download

Der Einzelabschluss 2019 als PDF zum Download






Coronavirus: Allgemeine Informationen zu den Auswirkungen auf FRIWO

Betreten des Werksgeländes

Unser Werksgelände unterliegt derzeit strengen Zutrittsvorschriften und erhöhten Hygienemaßnahmen. Die Nutzung des Geländes wird auf ein notwendiges Minimum reduziert.

Ist ein Betreten für die Tätigkeiten zwangsläufig notwendig, führt unsere Belegschaft Protokoll über ihre Kontakte untereinander.

Zutrittsvorschriften

Es erhalten ausschließlich eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zutritt zum Gelände, die

  • sich nicht in einem ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben
  • keine grippeähnlichen Symptome aufweisen
  • keinen Kontakt zu bestätigten Coronavirus-Infektion oder Verdachtsfällen hatten

Homeoffice

Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, befinden sich unsere Teammitglieder größtenteils im Homeoffice. Hier sind sie auch weiterhin unter den bekannten Rufnummern, per E-Mail oder per Videokonferenz zu erreichen.

Selbstverständlich kümmern sie sich weiterhin hochmotiviert um Ihre Anliegen und Projekte!

Produktion

Unsere Produktion läuft an sämtlichen Standorten unter konsequenten Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.

Hierzu zählen z.B. ein erhöhter Abstand zueinander, ein Zeitversatz bei Beginn und Ende von Schichtdiensten sowie die regelmäßige Desinfektion von Arbeitsflächen und Kontaktpunkten.

Materialmanagement

Um eine reibungslose Materialverfügbarkeit zu gewährleisten, befinden wir uns in der aktuellen Krisensituation in engerer Abstimmung mit unseren Lieferanten als jemals zuvor.

Zudem findet zwischen unseren Werken in Deutschland und Vietnam eine verstärkte gegenseitige Unterstützung statt.

Wahrung von Lieferzeiten

Wir stehen zu unserem Wort und wollen unsere zugesagten Lieferzeiten einhalten. Hierfür greifen wir auf Maßnahmen wie die verstärkte Umstellung auf Luftfrachten oder die gezielte Freigabe von Alternativkomponenten zurück.

Stand heute sind keine generellen negativen Auswirkungen auf unsere Liefertermine erkennbar.

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und Vorsorgemaßnahmen müssen wir Sie darauf hinweisen, dass es durch die weitreichenden Auswirkungen der Pandemie künftig zu Materialengpässen und damit verbundenen Lieferverzögerungen kommen kann. Hierfür bitten wir um Ihr Verständnis.

Selbstverständllich werden wir Sie im Fall der Fälle möglichst frühzeitig darüber informieren und
gemeinsam mit Ihnen versuchen, die auftretenden Herausforderungen zu lösen.

Stand: 17.03.2020

Download PDF: FRIWO_Covid-19_Information_deutsch






FRIWO macht sich mit umfangreichem Transformationsprogramm für Wachstum und Profitabilität fit für die Zukunft

Ostbevern, 9. Dezember 2019 – FRIWO, führender Hersteller hochwertiger Power Supply-Lösungen und Ladetechnik sowie digitaler Antriebssteuerungen elektrischer Systeme, richtet sich mit einem umfassenden Transformationsprogramm auf Wachstum und nachhaltige Profitabilität aus.  Der Vorstand der FRIWO AG beschloss mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein bis Ende 2021 laufendes Maßnahmenpaket, das mittelfristig einen nachhaltigen und profitablen Wachstumskurs ermöglichen wird. Zugleich investiert FRIWO weiterhin in wichtige Zukunftsfelder, zum Beispiel in den Aufbau einer Tochtergesellschaft in Indien zur Erschließung des rasant wachsenden Marktes für Elektromobilität.

Die Transformation umfasst vor allem folgende Eckpunkte:

Produktion: Der Großteil der Produkte, die bisher am Stammsitz Ostbevern und von Auftragsfertigern in Polen hergestellt werden, werden in das FRIWO-Werk nahe Ho Chi Minh Stadt in Vietnam verlagert. Dieser Prozess hat bereits begonnen. Damit nutzt FRIWO die signifikanten Kostenvorteile des seit 2015 erfolgreich aufgebauten Standortes und kann dessen Auslastung verbessern. In Ostbevern verbleibt neben wichtigen Zentralfunktionen wie Vertrieb und Engineering die Fertigung von Prototypen und Kleinserien.

Strukturanpassungen: Die Overhead-Strukturen in Deutschland werden als Folge der weitgehenden Produktionsverlagerung ebenfalls gestrafft. Dies führt zusammen mit den Effekten aus der Verlagerung von Teilen der Produktion zur Verkleinerung der Belegschaft (FTE) am Standort Ostbevern um rund 120 auf dann ca. 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Personalabbau soll in zwei Phasen erfolgen und bis Ende 2021 abgeschlossen sein. In Vietnam ist infolge der Verlagerung von Produkten und Teilen des Overheads ein leichter Stellenaufbau geplant. Der Vorstand befindet sich in konstruktiven Gesprächen mit dem Betriebsrat über eine möglichst sozialverträgliche Umsetzung dieser Maßnahmen.

Prozessverbesserungen: FRIWO wird zahlreiche Prozessverbesserungen vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Auftragsabwicklung vornehmen, um Innovationsgeschwindigkeit, Produktqualität und Durchlaufzeiten und damit auch die Kundenzufriedenheit weiter zu verbessern. Dazu dient auch die geplante Einführung einer neuen ERP-Software.

Fokus auf Wachstumsmärkte: FRIWO wird sich noch gezielter als bisher auf die wachstumsträchtigen Segmente des weltweiten Marktes für Stromversorgungen und digitale Antriebssteuerungen elektrischer Systeme fokussieren. In diesem Zusammenhang steht auch die derzeit erfolgende Gründung einer Tochtergesellschaft in Indien zur Erschließung des größten asiatischen Wachstumsmarktes für elektrische Zweiräder. Die bestehende Ausrichtung des Leistungsspektrums des Konzerns auf die wachsenden Marktsektoren Tools, Industrie, Medizin und E-Mobility („TIME“) wird FRIWO beibehalten.

Die Fixkostensenkung, die durch die Transformationsmaßnahmen erreicht wird, soll ab 2022 zu einer nachhaltigen Verbesserung des Konzern-EBIT um rund 8 Mio. Euro/Jahr führen. Infolge der Rückstellungen für den Personalabbau und für sonstige Reorganisationsaufwendungen (rund 9 Mio. Euro), weiterer Einmalkosten (rund 3 Mio. Euro) und der unterplanmäßigen Geschäftsentwicklung erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr 2019 einen Konzernumsatz in der Größenordnung von 100 Mio. Euro, ein negatives EBIT von rund 15 Mio. Euro und einen entsprechenden Jahresverlust. Die Planung sieht vor, im kommenden Jahr ein in etwa ausgeglichenes EBIT und ab 2021 wieder deutliche operative Gewinne zu erwirtschaften. Nach Abschluss der Transformation zielt FRIWO mit Hilfe der dann global wettbewerbsfähigen Kostenstruktur und innovativer Produkte auf einen wachsenden Konzernumsatz und eine EBIT-Marge im höheren einstelligen Prozentbereich, die sowohl weitere Wachstumsschritte als auch Dividendenzahlungen ermöglicht.

Rolf Schwirz, Vorstandsvorsitzender der FRIWO AG: „Die FRIWO Gruppe hat jetzt einen klaren Fahrplan, um ihre Marktposition langfristig zu festigen und zu stärken. Dazu muss unser Unternehmen aber noch mehr als bisher für höchste Produktqualität, Lieferzuverlässigkeit und Kundennähe stehen. Uns ist bewusst, dass die Transformation für den Standort Ostbevern mit großen Einschnitten verbunden ist. Diese sind jedoch unausweichlich, wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und die großen Marktpotenziale optimal nutzen wollen. FRIWO hat in ihrer langen Geschichte schon oft ihre Veränderungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ich bin sicher, dass es dieses Mal nicht anders sein wird.“

Ulrich Lammers, FRIWO-Finanzvorstand: „FRIWO hat in den vergangenen Jahren viele strategische Weichen richtig gestellt, sich aber in wirtschaftlicher Hinsicht volatil entwickelt. Mit dem nun beschlossenen Maßnahmenpaket wollen wir erreichen, dass unser Konzern profitabel wachsen und nachhaltig klar positive Ergebnisse erwirtschaften kann. Wichtig ist dabei, dass wir die Transformation und die Investitionen in Zukunftsmärkte aus eigener Kraft und ohne die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel schaffen können.“

Medienkontakt/Weitere Informationen:
Frank Elsner
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Über FRIWO:
Die im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierte FRIWO AG mit Stammsitz in Ostbevern / Westfalen ist mit ihren Tochterunternehmen ein internationaler Hersteller von technisch führenden Ladegeräten, Akkupacks, Netzteilen und LED-Treibern. Zudem fungiert das Unternehmen als Systemanbieter und liefert digital steuerbare Antriebslösungen aus einer Hand. Die Produktpalette umfasst dabei alle Komponenten, die für einen modernen elektrischen Antriebsstrang benötigt werden: Vom Display über die Motorsteuerung bis hin zu Batterie, Ladegerät und Steuerungssoftware. Hauptgesellschafter der FRIWO AG ist eine Tochtergesellschaft der VTC Industriebeteiligungen GmbH & Co. KG, München.






Ad hoc-Mitteilung nach § 17 MMVO: FRIWO beschließt Transformationsprogramm für Wachstum und Profitabilität und passt Prognosen für 2019 aufgrund hoher Sonderbelastungen an

Ostbevern, 9. Dezember 2019, 17.03 Uhr – Der Vorstand der FRIWO AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats und unter heute erfolgreich abgeschlossener Abstimmung mit den finanzierenden Banken ein Programm zur Transformation der FRIWO Gruppe beschlossen. Das bis Ende 2021 laufende Programm sieht vor, das Unternehmen in dem globalen und wettbewerbsintensiven Umfeld für die Produktion von Power Supply-Lösungen und Ladetechnik sowie von digitalen Antriebssteuerungen elektrischer Systeme nachhaltig auf Wachstum und Profitabilität auszurichten. Geplant ist, wesentliche Teile der Produkte, die bisher am Stammsitz Ostbevern und von Auftragsfertigern in Polen hergestellt werden, in das FRIWO-Werk nahe Ho Chi Minh Stadt in Vietnam zu verlagern. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Overhead-Strukturen in Deutschland deutlich zu straffen. Weitere wesentliche Maßnahmen haben Prozess- und Qualitätsverbesserungen, vor allem bei F+E, Vertrieb und Auftragsabwicklung, zum Ziel. Die geplanten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sollen ab 2022 zu einer nachhaltigen Verbesserung des Konzern-EBIT um rund 8 Mio. Euro/Jahr führen.

Der Umbau führt am Standort Ostbevern bis Ende 2021 zur Reduktion der Belegschaft
(FTE) um rund 120 auf dann ca. 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Infolge der Rückstellungen für den Personalabbau und für sonstige Reorganisationsaufwendungen (rund 9 Mio. Euro), weiterer Einmalkosten (rund 3 Mio. Euro) und der unterplanmäßigen Geschäftsentwicklung erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr 2019 einen Konzernumsatz in der Größenordnung von 100 Mio. Euro, ein negatives EBIT von rund 15 Mio. Euro und einen entsprechenden Jahresverlust. Nach Abschluss der Transformation zielt FRIWO mit Hilfe der dann global wettbewerbsfähigen Kostenstruktur und innovativer Produkte auf einen wachsenden Konzernumsatz und eine EBIT-Marge im höheren einstelligen Prozentbereich, die sowohl weitere Wachstumsschritte als auch Dividendenzahlungen ermöglicht.

Kontakt:

Veröffentlichung
FRIWO AG – Marco Erdt – Department Investor Relations/Legal Matters Tel.: +49 (0) 2532 / 81-532
marco.erdt@friwo.com

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IEC/EN 60601-1

Die Sicherheitsnorm für Medizin-Elektrische Geräte IEC/EN 60601-1 beschreibt unter Punkt 8.5 „Trennung von Teilen“ die Schutzmaßnahmen bzgl. des Berührens von Anwendungsteilen. Es werden unterschiedliche Grenzwerte und Maßnahmen definiert, um eine Gefährdung für Personen zu vermeiden. Hier stößt man zwangsläufig auf die Fachbegriffe MOP, MOPP und MOOP, welche in nachfolgendem Artikel näher erläutert und verglichen werden sollen.

MOP: Means of Protection

MOP steht für „Means of Protection“ und steht für Maßnahmen zur Verminderung des RISIKOS eines elektrischen Schlages. In der Medizinnorm wird zwischen Patienten- und Bedienerschutz unterschieden. Eine Schutzmaßnahme ist durch verschiedene Methoden zu erreichen, von der elektrischen Isolierung (z.B. Folien, Gehäuse, isolierten Drähte) über spezielle Bauelemente (Y-Kondensatoren) und Erdverbindungen bis hin zu Abstände, welche als Luft- und Kriechstrecken definiert sind.

MOPP: Schutzmaßnahmen zum Patientenschutz (Means of Patient Protection)

Schutzmaßnahmen zum Patientenschutz sind bei Medizingeräten anzuwenden, welche in direktem Kontakt zum Patienten stehen (bspw. EKG Geräte). Bei medizinischen Geräten müssen zwischen dem Versorgungsnetz und dem Patienten zwei Schutzmaßnahmen eingehalten werden, deshalb spricht man von 2xMOPP.

MOOP: Schutzmaßnahmen zum Bedienerschutz (Means of Operator Protection)

Elektronische Geräte, die keinen Patientenkontakt haben und von Fachpersonal oder unterwiesenen Personen bedient werden, bedürfen keinen erhöhten Sicherheitsanforderungen. Sie können deshalb mit zwei Schutzmaßnahmen zum Bedienerschutz ausgelegt werden: 2xMOOP. Diese Anforderungen entsprechen ungefähr den Sicherheitsbestimmungen für Geräte in der Informationstechnik. Die Sicherheitsabstände sind beim Patientenschutz grundsätzlich immer höher als beim Bedienerschutz.

Luft- und Kriechstrecken

Als Luftstrecke (CL) versteht man die kürzeste Verbindung per Luft zwischen zwei leitenden Teilen.

Die Kriechstrecke (CR) bezeichnet den kürzesten Abstand von Isoliermaterial auf der Oberfläche zwischen zwei leitfähigen Teilen

Die einzuhaltenden Abstände werden mit Hilfe der Arbeitsspannung (potentielle Spannung zwischen den leitenden Teilen) aus der Norm ermittelt. Die Luftstrecke wird durch die Einsatzhöhe des Gerätes beeinflusst, da mit Abnahme des Luftdrucks die Isolationsfähigkeit von Luft abnimmt. Einflussfaktoren auf die Kriechstecke liegen vor allem im Verschmutzungsgrad der Oberfläche des Isoliermaterials.

Anforderungsvergleich zwischen MOOP und MOPP an einem Beispielnetzteil

Technische Daten:
AC Nenneingangsspannung: 240Vrms
Ausgangsspannung: 12Vrms
Einsatzhöhe: 2000m

Arbeitsspannung: 240Vrms, 338Vpeak
Überspannungskategorie II
Verschmutzungsgrad II
Materialkategorie IIIb

 

Technische Daten:

AC Nenneingangsspannung: 240Vrms

Ausgangsspannung: 12Vrms

Einsatzhöhe: 2000m

Arbeitsspannung: 240Vrms, 338Vpeak

Überspannungskategorie II

Verschmutzungsgrad II

Materialkategorie IIIb

MOOP

 

Schutzmaßnahmen zum Bedienerschutz

MOPP

 

Schutzmaßnahmen zum Patientenschutz / MOPP

Anforderungen Primär zur Erde 1x MOOP 1x MOPP
1xY2  oder 1xY1 Sicherheitskondensator 1xY2 oder 1xY1
Sicherheitskondensator
Basisisolierung Basisisolierung
1500V Isolationsspannung 1500V Isolationsspannung
Luftstrecke: 2mm Luftstrecke: 2,5mm
Kriechstrecke: 2,5mm Kriechstrecke: 4mm
Anforderungen Primär zu Sekundär 2x MOOP 2x MOPP
2xY2 oder 2xY1 oder 1xY1 Sicherheitskondensatoren 2xY1 Sicherheitskondensatoren
Doppelte oder verstärkte Isolierung Doppelte oder verstärkte Isolierung
3000V Isolationsspannung 4000V Isolationsspannung
Luftstrecke: 4mm Luftstrecke: 5mm
Kriechstrecke: 5mm Kriechstrecke: 8mm
Anforderungen Primär zum Kunststoffgehäuse 2x MOOP 2x MOPP
Doppelte oder verstärkte Isolierung Doppelte oder verstärkte Isolierung
3000V Isolationsspannung 4000V Isolationsspannung
Anforderungen Sekundär zur Erde Funktionsisoliert,
1xMOOP,
Funktionserdung oder Schutzerdung
Für Anwendungsteile des Typs BF

1x MOPP

1xY2 oder 1xY1 Sicherheitskondensator
Basisisolierung
1500V Isolationsspannung
Luftstrecke: 2,5mm
Kriechstrecke: 4mm

 






IEC 60601-1-2 4th Edition

Ein Blick in einen modernen OP-Saal macht deutlich: Vom Patientenmonitor über die Infusionspumpe bis hin zum Mobiltelefon des Arztes, Elektronik ist aus der heutigen Medizintechnik nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger, dass die zunehmende Anzahl an Geräten sich gegenseitig nicht mittels Störaussendungen beeinträchtigen. Genau dies soll die IEC 60601-1-2 verhindern, welche die Anforderungen an die  elektromagnetische Verträglichkeit von Medizinprodukten festlegt.
Im Februar 2014 ist die 4th Edition der IEC 60601-1-2 veröffentlicht worden. Der neue internationale Standard ersetzt die aus dem Jahr 2007 stammende 3rd Edition. Die Norm behandelt Prüfverfahren und Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit von Medizinischen elektrischen Geräten.

Die Situation in den USA

Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) der Vereinigten Staaten empfiehlt in ihrer Design-Richtlinie für medizinische Geräte die Verwendung der 4. Edition. Es gab verschiedene Übergangsfristen, die immer wieder verschoben wurden.
Zuerst wurde der 01. August 2016*, dann der 01. April 2017** genannt, seit dem 08. August 2016 endet die Übergangsfrist mit dem 31.12.2018, ab dann müssen alle Geräte den Standard ANSI/AAM/IEC 60601-2: Edition 4:2014-02 einhalten.
[…]“FDA recommends that you consider using the FDA-recognized ANSI/AAMI/IEC 60601-1-2 Edition 4:2014-02 standard […] If you use ANSI/AAMI/IEC 60601-1-2 Edition 3:2007 during the transition period to Edition 4 that ends December 31, 2018, you should be aware that electromagnetic disturbance in the home healthcare environment can exceed the default test levels for the hospital environment that are specified in Edition 3.“[…]***

Die Situation in Deutschland / Europa

Die DIN EN 60601-1-2 wurde im Mai 2016 als „Deutsche Fassung EN 60601-1-2:2015“ veröffentlicht und ersetzt die DIN EN 60601-1-2: 2007-12 + Berichtigung 1: 2010-05.
Anwendungsbeginn war der 1. Mai 2016, es besteht eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2018 ab dann müssen alle Geräte den Standard ANSI/AAM/IEC 60601-2: Edition 4:2014-02 einhalten.

Worin unterscheidet sich nun die 4th Edition zur 3rd Edition?

Die 4th Edition legt ein starkes Augenmerk auf die Risikobewertung. Der erste Schritt des Herstellers muss nun die Festlegung der wesentliche Leistungsmerkmale sowie der Basis Sicherheit für das Medizingerät sein. Es kann auch Geräte und Zubehör geben, die kein wesentliches Leistungsmerkmal haben. Betrachtet und getestet werden muss immer das Gesamtgerät bzw. -System. Die wesentlichen Leistungsmerkmale werden anhand der Risikobewertung laut ISO14971 und IEC60601-1 herausgearbeitet und für jedes Gerät individuell festgelegt. Somit fallen die bisherigen einfachen Bewertungskriterien weg.  Der Hersteller legt fest, ob eine Funktion ein wesentliches Leistungsmerkmal ist und ob ein Ausfall dieser Funktion tolerable wäre. Eine Unterscheidung nach lebenserhaltend und nicht lebenserhaltend ist, im Gegensatz zur 3rd Edition, nicht mehr entscheidend.
Der zweite Schritt ist die Festlegung des Einsatzortes oder –Bereichs, für die Norm werden 3 Einsatzumgebungen festgelegt.

  1. Professionelle medizinische Versorgungseinrichtungen (Professional Healthcare)
  2. Medizinische Versorgung in häuslicher Umgebung (Home Healthcare)
  3. Spezialgebiete (Special Environment)

Für die Bereiche 1 und 2 gibt es in der Norm Anforderungen an die Störfestigkeit und die Störaussendung. Für den 3. Bereich muss die Festlegung von Grenzwerten anhand der Risikobewertung für den speziellen Einsatzort erfolgen, dies kann zu sehr hohen Anforderungen an die Störfestigkeit führen.

Anforderungen an ME Geräte in professionellen medizinische Versorgungseinrichtungen

Die gravierendsten Veränderungen liegen, in dem erhöhten Schutz vor elektrostatischen Entladungen (IEC 61004-2 ESD). Die Anforderungen sind von 6kV auf 8kV Kontaktentladung und von 8kV auf 15 kV Luftentladung gestiegen.

Außerdem wurde der Frequenzbereich für abgestrahlte Hochfrequenz (IEC61000-4-3) von 2,5GHz auf 2,7 GHz erhöht, Der Störpegel liegt nun bei 3V/m.

Ganz neu sind Tests für abgestrahlte Hochfrequenz in den Frequenz Bänder (385MHz – 5,7GHz) mit Feldstärken bis zu 28V/m. Hierdurch soll der Einfluss moderner Kommunikationsmittel auf das ME Gerät, simuliert werden.

Die Anforderungen an magnetische Felder (IEC61000-4-8) wurden auch verschärft, hier wird der Testpegel von 3A/m auf 30A/m verzehnfacht. Für kurze elektrische Stromstöße/Impulse (IEC61000-4-4 Burst) wird die Wiederholfrequenz von 5kHz auf 100kHz erhöht, dies kommt der Wirklichkeit für dieses Phänomen näher.

Die Anforderungen für Leitungsgeführte Hochfrequenz (IEC 61000-4-6) haben sich nur minimal verändnert, der Schärfegrad liegt nun bei 3V im Frequenzbereich 150kHz – 80MHz und 6V in den ISM Frequenzen. Einen Schärfegrad von 10V für lebenserhaltende Geräte gibt es so nicht mehr.
Bei Spannungsabfall, kurzen Unterbrechungen und Spannungsschwankungen in Stromversorgungs-leitungen (IEC 61000-4-11) gibt es kleiner Anpassungen, unteranderem entfällt der Spannungsabfall auf 40% UT.

Anforderungen an ME Geräte in zur medizinischen Versorgung in häuslicher Umgebung

Medizingeräte in häusliche Umgebung müssen mindesten die gleichen und teilweise auch höhere Anforderungen als für Medizingeräte in professioneller Umgebung erfüllen. Dies wird mit der höheren Belastung durch unbekannte Sendeleistungen in den verschiedenen Frequenzbändern begründet. (Radio, Fernsehen, Amateurfunk, Bluetooth, WLAN, GSM, UMTS, LTE usw.)
Für folgende EM Phänomene sind die Anforderungen höher,

  • für abgestrahlte Hochfrequenz (IEC61000-4-3) 30MHz-2,7 GHz erhöht sich der Störpegel auf 10V/m
  • für Leitungsgeführte Hochfrequenz (IEC 61000-4-6) 150kHz – 80MHz gilt der 6V Störpegel nicht nur in den ISM Frequenzen sondern auch in den Amateurfunkfrequenzen.

4th Edition Herausforderung für Stromversorgung und ME Gerät

Mit dieser Norm erhält die Risikobewertung einen ganz neuen Stellenwert. Hersteller von Medizingeräten und –Systemen müssen enger mit dem Hersteller der Stromversorgung und sonstigem Zubehörteilen zusammenarbeiten, da eine Risikobewertung je nach Zweck, Einsatzort und sonstigen äußeren Bedingungen unterschiedlich ausfallen kann.

4th Edition zur 3rd Edition im Überblickt

  3rd Edition 4th Edition
CISPR 11 Emissions Class A*** or  B Class A*** or B
IEC 61000-3-2 Harmonics Class A Class A
IEC 61000-3-3 Voltage Fluctuation PASS PASS
IEC 61004-2 ESD 6kV contact discharge

8kV air discharge

8kV contact discharge

15kV air discharge

IEC61000-4-3 Radiated disturbance 30MHz – 2,5GHz 3* or 10** V/m 30MHz – 2,7GHz 3* or 10V/m**
IEC61000-4-3

Nearfield disturbance of wireless communication

No requirements 385MHz – 5,7GHz 9-28V/m
IEC61000-4-4 Burst +/-2kV Repetition frequency  5kHz +/-2kV Repetition frequency    100kHz
IEC61000-4-5 Surges 1kV Line to Line

2kV Line to GND

1kV Line to Line

2kV Line to GND

IEC61000-4-8 Magnetic Field 3A 30A
IEC 61000-4-6  Conducted disturbance 150kHz – 80MHz 3* or 10** V 150kHz – 80MHz 3 or 6V ISM* and amateur radio frequency**
IEC 61000-4-11 Voltage Dips <5% UT 0,5/1 Cycle

40% UT 5 Cycle

70% UT 25/30 Cycle

<5% >UT 5s

0% UT 0,5 different angles

0% 1 Cycle

70% UT 25/30 Cycle

0% >UT 5s

  *life supporting

**non-life supporting

*** Hospital

* Professional Healthcare Facility Environment

** Home Healthcare Environment

*** Hospital

*http://industries.ul.com/blog/fda-adds-4th-edition-iec-60601-1-2-list-emc-consensus-standards

**http://industries.ul.com/news/fda-extends-emc-standard-transition-date-to-april-1-2017

***http://www.fda.gov/downloads/MedicalDevices/DeviceRegulationandGuidance/GuidanceDocuments/UCM331681.pdf